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Nachricht

Die SMV der Burghof-Schule zu Besuch bei Bürgermeister Simon Wagner


Am Donnerstag war die SMV (Schülermitverantwortung) der Burghof-Schule bei mir zu Besuch im Sitzungssaal des Rathauses. Die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Klassen 5-10 haben Erfahrungen aus dem Landtag sowie Positives und Denkanstöße zur Verbesserung des Schulumfelds unserer Gemeinschaftsschule mitgebracht.

SMV 1

Gelobt wurde beispielsweise der neue Warteraum für die Kinder, deren Unterricht erst zur zweiten Stunde beginnt. An das regelmäßige Aufschließen und Aufsuchen müssen sich die Lehrkräfte und die Jugendlichen sicher erst noch gewöhnen. Die Möglichkeit, im Trockenen und Warmen auf den Unterricht warten zu können, wurde jedoch sehr begrüßt.

Außerdem wird die neue Medienausstattung mit Beamer, Leinwänden und Dokumentenkameras, die überwiegend durch den Digitalpakt 1 finanziert wurden, zunehmend im Unterricht eingesetzt.

Geteilter Meinung waren die Einschätzungen zu den ÖPNV-Verbindungen zwischen Bodelshausen und Ofterdingen: Der von der Gemeinde subventionierte Direktbus fährt zu festen Zeiten, die nicht für alle Schülerinnen und Schüler optimal liegen. Andere Schüler berichteten von besseren Verbindungen, wenn mit dem Zug nach Mössingen und anschließend mit dem regulären Bus nach Ofterdingen gefahren wird - genug Umsteigezeit gäbe es, selbst wenn der Zug 7 Minuten verspätet sei. Es hat sich außerdem gezeigt, dass 10 Minuten nach diesem ersten Bus ein weiterer fährt, der ebenfalls noch rechtzeitig vor Unterrichtsbeginn in Gehentfernung zur Schule hält.

SMV 2

Prüfungen im Fahrplan und in der Praxis haben dies bestätigt: Die bestehenden ÖPNV-Verbindungen passen besser zu den Schulzeiten, sie sparen den Schülerinnen und Schülern Wartezeiten vor dem Unterrichtsbeginn. Zwar dauert die Fahrt ein paar Minuten länger als mit dem Direktbus, dafür sind die Kids, Teens und Erwachsenen währenddessen im warmen bzw. klimatisierten Fahrzeug. Das ist annehmbar, ich spreche aus jahrelanger eigener Erfahrung mit der Kombination Zug und Bus.

Sparen ist außerdem ein Stichwort, das uns die nächsten Jahre begleiten wird: Durch diese Verbindung sparen die Gemeinde Ofterdingen und der Landkreis (und damit über die Kreisumlage wieder die Gemeinden) insgesamt fünfstellige Ausgaben. Angesicht der großen Defizite in den kommunalen Haushalten wären solche Erkenntnisse ein bedeutender Gewinn – und ein Schritt in Richtung „Kosten sparen, um Möglichkeiten für Schulhausausgaben schaffen zu können“.

Im engen Austausch mit dem für uns zuständigen staatlichen Schulamt, in Person Schulamtsdirektor Herrn Fouqué, hat sich gezeigt, dass die zweizügige Gemeinschaftsschule in Ofterdingen Bestand haben wird und wir eine räumliche Erweiterung brauchen werden. Unabhängig vom Ausgang der folgenden Landtagswahlen und/oder einer möglichen erneuten Umgestaltung der Schullandschaft haben wir den Bedarf und den Auftrag für eine weiterführende Schule.

SMV 3

Der generell gestiegene Raumbedarf der Gemeinschaftsschule stellt uns als Gemeinde vor große Herausforderungen. Im vergangenen Jahr 2024 wurde in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung ein Konzept vorgestellt, das über 30 Mio. kosten würde. Dieser Vorschlag ließe sich weder finanziell umsetzen, noch wären die vorgeschlagenen (Um-)Baumaßnahmen im laufenden Betrieb möglich, da sind sich inzwischen alle Beteiligten einig.

Derzeit laufen konkrete Gespräche mit dem Ziel einer kostengünstigeren und damit finanzierbaren Alternative für die gesamte Sekundarstufe. Realistisch einschätzen müssen wir dabei: Selbst nach einer positiven Entscheidung wird der Baubeginn bei den heutigen Bebauungsplan- und Genehmigungsverfahren nicht den aktuellen Gemeinschaftsschülern, sondern eher ihren Geschwistern, den Grundschülern oder Kindergartenkindern zugutekommen. Angesichts der allgemeinen Haushaltslage im Landkreis, unserer Gemeinde, den letzten Großprojekten Kinderhaus und Rathaus sowie bislang ausbleibender Fördermittel in Millionenhöhe, brauchen wir als Gemeinde Ofterdingen diese Zeit, um finanzielle Wunden zu lecken und neue Kräfte zu sammeln. Und vielleicht geben sich Bund und Land auch endlich einmal einen Ruck, bezahlen zugesicherte Unterstützungsmaßnahmen aus und kommen damit ihren Pflichten nach.

Verbesserungsbedarf sehen die Schülervertreter bei den Aufenthaltsräumen, der Mensa und teilweise der Raumausstattung, wie beispielsweise einer wohl nicht optimalen Heizung und fehlender Klimatisierung in einem letzten Drittel der Raummodule.

SMV 4

Mit Blick auf das Schulsportgelände wurden Mängel in der Oberflächenbeschichtung der Sprintstrecke angemerkt. Die notwendigen Arbeiten sind nach aktueller Rückversicherung bereits im Sommer in Auftrag gegeben worden. Allerdings mussten die Arbeiten aufgrund immer wieder unpassender Witterungsverhältnisse längere Zeit verschoben werden und sind nun auf Frühjahr 2025 angesetzt. Bei der Weitsprunganlage wurde der Absprungbalken bereits ersetzt (siehe Foto), sodass die Leichtathletik im Sommer ein fester Bestandteil des Sportunterrichts sein kann.

Ein Vorschlag, den Schüler aus der Runde mitbrachten, war die Umgestaltung des Bikeparks hinter dem Jugendhaus. Sie haben angeboten, sich selbst mit einzubringen oder die Erneuerungsarbeiten eventuell sogar in Eigenregie durchzuführen. Die Prüfung des im Grunde tollen Vorschlags hat ergeben, dass dies so nicht zulässig ist: Die Gestaltung der Rampen und Schanzen muss in Bezug auf die Winkel und Größe vom TÜV geprüft und abgenommen werden. Leichte Abweichungen oder Eingriffe können zu höheren Absprüngen und falschen Landungen führen, die schwere Verletzungen zur Folge haben. Dazu gibt es leider bereits (Erfahrungs-)Berichte in der Presse.

SMV 5

Allerdings wird nun geprüft, inwiefern neben den regelmäßigen Mäharbeiten Erhaltungsmaßnahmen in enger Abstimmung mit dem TÜV möglich sind, um die bestehende, genehmigte Ausführung in einen besseren Zustand zu bringen. Dadurch könnte den interessierten Jugendlichen der Spaß an der Bahn wieder nähergebracht werden. Das von den Jugendlichen angedachte Spendenprojekt für den Erhalt des Parks bietet mit Sicherheit großes Potential und könnte die Maßnahmen in Zeiten knapper Kassen ermöglichen. Die Organisationsform und mögliche Kooperationen gilt es in den kommenden Wochen zu besprechen.
Laut Auskunft der aktuellen Anlagen-Betreuung würde der TÜV die Strecke jährlich begutachten, sodass diese in jedem Fall in Ordnung sei und genutzt werden könne.

SMV 6

Weitere Wünsche der SMV, wie beispielsweise Fahrradständer, sind auf und um das Schulgelände in der Planung bzw. teilweise bereits beauftragt. Bei anderen Wünschen, wie der Überdachung dieser Fahrradständer könnte der Freundeskreis der Schule und/oder weitere Unterstützer ins Boot geholt werden.

Ich bedanke mich nochmals bei den engagierten und interessierten Jugendlichen, die mit ihren Wünschen, Hoffnungen und Ideen einen kurzweiligen und konstruktiven Austausch geschaffen haben. Ebenso bedanke ich mich bei den begleitenden Lehrkräften für ihre Fragen, ihr Engagement und ihre Unterstützung der SMV. Ich freue mich auf ein nächstes Treffen und hoffe, dass sich der wichtige und für beiden Seiten bereichernde Austausch etablieren wird.

Bürgermeister Simon Wagner