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Dann nimmt Herr Lundqvist den Helm ab!


Wie leben Eltern mit der Gewissheit, dass ihr Kind eine Krankheit erleiden muss, bei der es keine Heilungschancen gibt und im jungen Alter zum Tod führt? Was macht so eine belastende Lebenssituation mit dem Kind, seinen Eltern und deren Beziehung zueinander?

Jochen Weeber, der unter anderem auch als freischaffender Autor von Kinderbüchern arbeitet, las bei unserer „Literatur am Sonntagabend“ aus seinem Roman „Herr Lundqvist nimmt den Helm ab“ vor. Dieser Roman, der von ihm ursprünglich als Kurzgeschichte angedacht war, basiert auf seinen Erfahrungen mit einem von derselben Krankheit wie sein Protagonist betroffenen Studienfreund und seinem früheren Beruf als Sonderpädagoge.

Bei seiner Geschichte über den olympiabegeisterten 15jährigen Loris, der schon als Vorschulkind an Duchenne Muskeldystrophie (Muskelschwund) erkrankte, und seinen Eltern ist deutlich spürbar, dass es ihm eine Herzensangelegenheit war, den Betroffenen eine Stimme zu geben. Wie z.B. Loris versucht, mit der Krankheit klarzukommen, wie sich seine Eltern durch die psychische Belastung Stück für Stück voneinander entfernen. Wie der Vater aber trotzdem noch die Stärke findet, Loris seinen Herzenswunsch, einen echten Olympiasieger kennenzulernen, zu erfüllen: er schlüpft in die Rolle verschiedener Sportler, die Olympiamedaillen erkämpft hatten, um Loris im Krankenhaus aufzuheitern. Als schließlich doch noch der siegreiche schwedische Eishockeytorwart Henrik Björn Lundqvist zu Besuch kommt, glaubt Loris seinen Vater unter dem Helm. Bis dieser ihn absetzt…

Auch wenn das Thema kein leichtes war, schaffte es Jochen Weeber mit viel Empathie, Humor und zwischendurch gespielte, stimmungsspiegelnde Akkordeon- Melodien unsere Zuhörer zu begeistern, Trost zu geben und zu vermitteln, wie wichtig es ist, das Leben bewusst zu leben und, wenn es noch so schwierig zu sein scheint, das Beste zu geben.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Jochen Weeber für diese besondere und herzbewegende Lesestunde sowie bei unseren interessierten und aufmerksamen Gästen.

jJochen Weeber unterhielt sein Publikum mit Sprache und Musik

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Redakteur / Urheber
Susanne Freudemann